Fernwärme

Umweltverträgliche Wärme für Itzehoe

Mit vier Blockheizkraftwerken (BHKW) erzeugen wir auf umweltfreundliche Weise Fernwärme und Strom. Neben dem Schwimmzentrum und dem Krankenhaus versorgen die Blockheizkraftwerke nahe gelegene öffentliche Gebäude, ein Hotelrestaurant, vier Schulen sowie mehrere hundert Wohnungen mit Wärme.

So erzeugen wir Fernwärme

Vier Blockheizkraftwerke produzieren mit Hilfe von Erdgasmotoren Wärme und Strom
In unseren BHKWs erzeugen wir auf umweltverträgliche Weise rund 27,6 Millionen Kilowattstunden (kWh) thermische Energie (Wärme) sowie 21,2 Millionen kWh elektrische Energie (Strom). Die dabei anfallenden Abgase werden mit modernen Katalysatoren gereinigt. Damit nutzen wir nicht nur die Primärenergie optimal aus, sondern leisten durch das Reinigen der Abgase auch einen wesentlichen Beitrag zur Reinhaltung der Luft, also zum Umweltschutz.

Die produzierte Wärme gelangt über Heizwasserleitungen zu unseren Kunden. Den enstehenden Strom aus unserer hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung bieten wir unseren Kunden mit unserem Natur-Strom Tarif IZ-Strom Natur an.

Allgemeine Informationen zum BHKW Klosterforst

Allgemeine Informationen zum BHKW Klosterforst

Das Heizwerk Klosterforst haben die Stadtwerke von der Bundeswehr übernommen. Es ist eines der wenigen noch fast im Originalzustand erhaltenen Gebäude der ehemaligen Kaserne. Das komplette Konversionsareal und noch einige Randbereiche werden aus dem Heizwerk mit Fernwärme versorgt. Das 1995 in Betrieb genommene Heizwerk Klosterforst besteht aus 3 Heizkesseln, die bivalent mit Erdgas oder Heizöl betrieben werden können. Die Heizkessel haben eine Leistung von jeweils 1.800 kW. Aus dem Heizwerk werden z.Zt. 215 Kunden in den Bereichen Klosterforst und Elbeblick über ein 4 km langes Wärmenetz mit Nahwärme versorgt. Zur Deckung des jährlichen Wärmebedarfs aller Kunden erzeugt das Heizwerk ca. 10 Mio. kWh.

Bevor die Bundeswehr das Heizwerk auf Gas umgestellt hat, war ein Kohlekessel installiert. Der dazugehörige, jetzt leer stehende Kohlebunker wurde jetzt für ein Blockheizkraftwerk genutzt. Das Blockheizkraftwerk besteht aus einem Motorenaggregat mit Generator und Abwärmenutzung (sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung), das Strom und Wärme gemeinsam erzeugt. Aufgrund der gemeinsamen Erzeugung und Nutzung von Strom und Wärme wird ein vorbildlich hoher Nutzungsgrad erreicht. Statt wie in einem Großkraftwerk die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme z.B. in die Elbe abzuführen, wird hier die Wärme für die Versorgung der Unternehmen und Haushalte im Umfeld des BHKW genutzt.

CO2-neutrale Wärmelieferung

CO2-neutrale Wärmelieferung

Das Aggregat hat eine elektrische Leistung von ca. 2000 kW bei einer Wärmeauskoppelung von 2300 kW (Wärmeleistung) in das Nahwärmenetz. Es ist mit einem 20-Zylinder MTU-Gasmotor ausgerüstet. Jeder einzelne Zylinder hat dabei so viel Leistung wie ein Mittelklasse PkW. Die Stromerzeugung reicht für ca. 2500 Haushalte (mit ca. 7000 Bürger/innen). Dieser Strom muss nun nicht mehr in einem Großkraftwerk erzeugt werden. Die dadurch entstehende C02-Gutschrift ermöglicht eine C02-neutrale Wärmelieferung. Dies spiegelt sich im Energieausweis wieder und steigert den Wert der an diesem Nahwärmenetz angeschlossenen Immobilien. Vorher betrug der Primärenergiefaktor 1,3. Mit dem Blockheizkraftwerk sinkt der Wert jetzt auf 0,0. Der Primärenergiefaktor ist eine Zahl, die den Gütegrad der Primärenergie für die Heizung ausdrückt. Für eine Gasheizung in einem Gebäude muss z.B. als Vergleich ein Primärenergiefaktor von 1,1 angesetzt werden. Anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme wurde jetzt eine - von einem Gutachter ausgestellte - Bescheinigung an die Stadtwerke überreicht.

Der besonders gute  Primärenergiefaktor wird durch einen besonderen Trick möglich, den unsere Nachbarn in Dänemark und den Niederlanden bereits seit Jahren anwenden. Hierzu wurden zwei sehr große Behälter (je 160 m³) als Wärmspeicher installiert. Dies ermöglichte den Einsatz eines großen Motors, der so mit sehr gutem Wirkungsgrad einen Großteil der benötigten Wärme erzeugen kann. Die vorhandenen Heizkessel müssen nur noch zu Spitzenbedarfszeiten mitlaufen. Der Motor muss nicht in Teillast betrieben werden. Wird in der Übergangszeit und im Sommer weniger Wärme benötigt, wird die überschüssige Wärme in den Speichern zwischengelagert und dann in der Nacht wieder in das Nahwärmesystem abgegeben. Dies ist auch in Zukunft besonders sinnvoll, da nachts bei Wind die große Einspeiseleistung der Windenergieanlagen die Strompreise drücken wird. In dieser Zeit kann die Stromerzeugung aus fossiler Energie stark gedrosselt werden. So ist diese Auslegung unseres neuen Blockheizkraftwerks besonders zukunftsweisend.

Lärmschutzmaßnahmen

Lärmschutzmaßnahmen

Bei der baulichen Gestaltung wurde großer Wert auf Lärmschutz gelegt. Während drinnen ein ernormer Lärm herrscht, ist draußen - selbst unmittelbar am Gebäude - kaum etwas zu hören. Da an der Gebäudehülle möglichst wenig verändert werden sollte, wurden die Speicherbehälter liegend im Gebäude angeordnet und nicht wie normalerweise üblich stehend im Außenbereich.

Hoher Wirkungsgrad

Hoher Wirkungsgrad

Der gute Wirkungsgrad der Anlage wird durch zwei Wärmetauscher im Abgassystem erreicht, die das Abgas auf unter 70 °C herunterkühlen. Daher ist auch die sichtbare weiße Kondensatfahne aus dem Schornstein nur harmloser Wasserdampf. Selbstverständlich ist das Aggregat darüber hinaus mit einem sehr wirksamen Katalysator ausgerüstet.

Laut Erneuerbaren Energien Wärmegesetz (EEWärmeGesetz) müssen bei Neubauten oder ggfs. auch bei größeren Sanierungen Anteile der Heizenergie aus erneuerbaren Quellen stammen. Gemäß § 7 wird als Ersatzmaßnahme auch eine Wärmelieferung aus KWK-Anlagen akzeptiert, wenn diese zu über 50 % aus KWK-Anlagen stammt. Die Primärenergiezahl ist wiederum für den nach EnEV (Energieeinsparverordung) erforderlichen Energieausweis maßgeblich. Nach Inbetriebnahme des BHKWs im Heizwerk Klosterforst wird dieses zum Heizkraftwerk mit einem Anteil aus KWK > 90 % und einer Primärenergiezahl von 0,0. Das BHKW erfüllt somit die Anforderungen als Ersatzmaßnahme gemäß EEWärmeGesetz.